Vertreter der IFC besuchten EOS in Hamburg, um die Zusammenarbeit auf dem polnischen Markt zu feiern und das Engagement für nachhaltige Investitionen zu bekräftigen.
  • Kooperation mit IFC, ein Mitglied der Weltbankgruppe, soll Wirtschaft in Polen und in Südosteuropa stärken.
  • Berücksichtigung von ESG-Kriterien steht beim Kauf von NPL-Portfolios im Fokus
  • Gemeinsamer Leitfaden für die systematische ESG-Bewertung von Portfolios
Die Immobilie warf Fragen auf. Als EOS Mitarbeiter*innen Ende 2022 eine besicherte Forderung überprüften, die von einer rumänischen Bank angeboten wurde, stellten sie fest, dass es sich bei der besicherten Immobilie um eine Tankstelle handelte. Jedes Inkassounternehmen, das solche Forderungen kauft, würde sich vor dem Kauf Fragen wie diese stellen: Welcher Anteil der Forderung kann realistisch umgesetzt werden? Oder: Wie viel ist die Immobilie wert? Die EOS Mitarbeiter*innen, die den Fall bearbeiteten, stellten Fragen, die darüber hinausgingen: In welchem technischen Zustand befindet sich die Tankstelle? Liegen gültige Lizenzen für den Betrieb vor? Was stand im letzten Wartungsbericht?

Verantwortungsvolle Investments fördern Wirtschaft.

Die Antworten auf solche Fragen helfen ihnen bei der Einschätzung, ob die Objekte den ESG-Kriterien entsprechen, die für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance) stehen. Genau diese Kriterien sind im Fokus einer Kooperation von EOS und der IFC. Die Weltbanktochter ist eine der größten auf den Privatsektor von Schwellenländern fokussierte Entwicklungsinstitution der Welt.

Bereits 2022 schlossen EOS und die IFC ein Joint Venture mit dem Ziel, durch den verantwortungsvollen Ankauf von NPLs in Kroatien, Serbien, Rumänien und Bosnien und Herzegowina gleichermaßen die Liquidität von Unternehmen und die Verschuldungssituation von Verbraucher*innen in diesen Ländern zu verbessern. Mit der gleichen Intention starteten die beiden Partner jüngst ein weiteres Projekt in Polen. Die neue Investitions-Plattform mit einem Zielvolumen von 275 Millionen Euro dient dem Ankauf notleidender Kredite von Privatkunden, kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Immobilien im Besitz von Finanzinstituten in Polen. Das soll Verbraucher*innen und Finanzinstitutionen dabei helfen, ihre Kreditwürdigkeit wiederherzustellen und den Bankensektor des Landes zu stärken – im Einklang mit den ökologischen und sozialen Standards der IFC.
Portraitfoto von Janos Baksa, Director Transactions bei EOS.

EOS und die IFC sprechen bei Investments die gleiche Sprache.

Janos Baksa
Director Transactions bei EOS
„Diese Kriterien in einem internationalen Umfeld umzusetzen, ist eine komplexe Angelegenheit“, sagt Janos Baksa, Director Transactions bei EOS, der bei der Kooperation nicht nur für die Investitionen zuständig ist, sondern auch als Social & Environmental Manager fungiert. „Aber EOS und die IFC sprechen bei Investments die gleiche Sprache. Daher fiel es uns relativ leicht die spezifischen Aspekte unseres Geschäfts mit den ESG-Kriterien abzugleichen.“

ESG-Kriterien werden systematisch überprüft.

Zur konkreten Umsetzung haben EOS und die IFC ein Umwelt- und Sozialmanagement-System (ESMS) entwickelt. Anhand dieses Leitfadens können die Mitarbeiter*innen die Folgen eines NPL-Kaufs für Gesellschaft und Umwelt über den gesamten Prozess hinweg bewerten – von der Due Diligence über die Forderungsbearbeitung bis hin zum Abschluss eines Investments. Mangelt es in diesem Prozess an Transparenz oder liefern die Verkäufer*innen nicht ausreichend Informationen zu den Objekten, wird der Kauf abgelehnt. „Wenn es zum Ankauf kommt, versuchen wir unsere ESG-Kriterien bestmöglich in den Vertrag einfließen zu lassen“, sagt Friederike Adams, Senior Counsel Corporate Legal bei EOS, „beispielsweise indem wir Zusicherungen einarbeiten."

Handelt es sich bei den Klient*innen um Unternehmen, stehen die besicherten Immobilien oft in einem thematischen Zusammenhang zu deren Geschäftsfeldern. Daraus können sich beispielsweise Anhaltspunkte ergeben, mögliche Verbindungen zu Wirtschaftskriminalität oder Geldwäsche zu untersuchen. Daneben stehen im B2B-Bereich vor allem ESG-Kriterien im Vordergrund, die Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Respektvoller Umgang mit Natur und Menschen.

Zum Standardprozess gehören dabei der Austausch mit den Verkäufer*innen über mögliche Umweltrisiken und Internetrecherchen über die Immobilie. „Bei Bedarf machen unsere Expert*innen zudem eine Besichtigung des Objekts“, sagt Janos. Dabei profitieren die EOS Mitarbeiter*innen von ihrer Expertise und jahrelanger Erfahrung. „Wir können uns durchaus auch bei kurzen Besichtigungen und ohne die Möglichkeit zur Prüfung technischer Details vor Ort ein gutes Bild verschaffen.“ Die eingangs erwähnte Tankstelle fiel bei diesen Prüfungen durch. „Wir konnten während der Due Diligence nicht genug Information über den technischen Zustand erhalten“, sagt Janos. „Das Umweltrisiko war uns darum zu groß.“
Porträtfoto von Jan Ottenbreit, Head of Division Central Europe bei EOS.

Unternehmen, die nachhaltige Werte schaffen wollen, können ESG-Kriterien in Zukunft nicht mehr ignorieren.

Jan Ottenbreit
Head of Division Central Europe bei EOS
Bei Forderungen, die Privatleute betreffen, liegt der Fokus vor allem auf den sozialen Aspekten, für die das S aus ESG steht: Wie sieht die individuelle Situation der Verbraucher*innen aus? In welcher finanziellen Lage befinden sie sich? Der respektvolle Umgang mit den Verbraucher*innen und die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung ist ohnehin Standard bei EOS, bei der Kooperation mit der IFC gehe man aber noch weiter, sagt Janos: „Bei besonders schutzbedürftigen Menschen kommt es vor, dass wir beim Erwerb einer Immobilie nicht nur ausstehende Gelder abschreiben, sondern die Verbraucher*innen auch bei der Suche nach einer neuen Wohnung unterstützen – wenn nötig, übernehmen wir sogar die Kosten dafür.“

Das Engagement zahle sich aus, sagt Jan Ottenbreit, Head of Division Central Europe bei EOS. Auch für EOS. „Unternehmen, die nachhaltige Werte schaffen wollen, können ESG-Kriterien in Zukunft nicht mehr ignorieren. Denn so schaffen sie einen Mehrwert, von dem alle profitieren: die Mitarbeiter*innen, die Kund*innen, die Umwelt – und die Gesellschaft als Ganzes."

Wir übernehmen Verantwortung

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Bildnachweis: EOS