Wir haben ein hervorragendes Ergebnis erzielt.

Justus Hecking-Veltman ist überaus zufrieden mit dem Ergebnis des EOS Konzerns. Der Geschäftsführer der EOS Gruppe, verantwortlich für Finanzen, erklärt, warum es so bemerkenswert ist und welche Rolle Investitionen dabei spielen.

Jahresbericht

Herr Hecking-Veltman, wie lief das Geschäftsjahr 2018/19 aus Ihrer Sicht? 

Justus Hecking-Veltman: Ich freue mich über ein äußerst zufriedenstellendes Ergebnis im zurückliegenden Geschäftsjahr. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Steuern, kurz EBT, haben wir erneut das hervorragende Niveau des Vorjahrs erreicht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil wir im Berichtszeitraum 2017/18 eine Geschäftsjahresharmonisierung vorgenommen haben. Damals haben wir rund 30 Gesellschaften mit 14 Monaten in den Konzernabschluss einbezogen, der dadurch außerordentlich hoch ausfiel. Dennoch liegt der Umsatz des EOS Konzerns mit 813,7 Millionen Euro 2,3 Prozent über dem Vorjahr. Mit einem EBT von 270,5 Millionen Euro haben wir zum zweiten Mal in Folge die Marke von 200 Millionen Euro deutlich überschritten. Das ist ein klares Zeichen für unsere nachhaltige Geschäftsentwicklung. 

Wie haben Sie das geschafft? 

Hecking-Veltman: Wir sind heute deutlich risikodiversifizierter aufgestellt als noch vor einigen Jahren, denn in den Regionen mit EOS Gesellschaften wird ausgewogener investiert. Im vergangenen Geschäftsjahr war Deutschland wieder der wichtigste Markt im EOS Konzern. Doch West- und Osteuropa haben aufgeholt. Außerdem konnten wir uns erneut in einem wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten. Mit einem Investment von 668 Millionen Euro in unbesicherte und besicherte Forderungen sowie Immobilien haben wir unser Engagement sogar noch einmal deutlich intensiviert. Insbesondere im Segment besicherter Forderungen haben wir in zahlreichen Ländern NPL-Portfolios angekauft und unser Know-how sowie unsere Kapazitäten aufgestockt. 

Forderungskäufe: Justus Hecking-Veltman, CFO der EOS Gruppe, will das Geschäftsfeld weiter ausbauen
Potenziale im Blick: Der Finanzchef plant, das Geschäftsfeld Forderungskäufe weiter auszubauen

Die Niedrigzinsphase hält weiter an. Erschwert das nicht die Aktivitäten im Bereich Forderungskäufe? 

Hecking-Veltman: Es stimmt, die Niedrigzinsphase lockt viele Mitbewerber in den Markt, denn Investitionen in notleidende Forderungen versprachen lange gute Renditechancen. Die Konkurrenz ist stark. Zumal einige Wettbewerber jüngst fusioniert haben und nun auf eine breitere Kapitalbasis zugreifen können. Einige Käufer haben zuletzt allerdings überzogene Beträge gezahlt. So mancher Kapitalgeber ist inzwischen vorsichtiger geworden. Das könnte bedeuten, dass sich der Markt nicht weiter erhitzen wird. Der EOS Konzern sieht im Kauf von NPL auch künftig viel Potenzial, weil wir in zahlreichen Regionen bereits über sehr viel Expertise beim Kauf von Forderungen verfügen. Diese wollen wir auf weitere Länder ausweiten und uns künftig noch stärker als global vernetzter Investor betätigen. Im laufenden Geschäftsjahr planen wir in Deutschland sowie in West- und Osteuropa wieder ein intensives Engagement bei Forderungskäufen. 

EOS betätigt sich verstärkt als global vernetzter Investor. Justus Hecking-Veltman, Geschäftsführer der EOS Gruppe und verantwortlich für Finanzen

Wie haben sich die Investitionen in die IT bei EOS im vergangenen Jahr entwickelt? 

Hecking-Veltman: Insgesamt haben wir im zurückliegenden Berichtsjahr zehn Millionen Euro in Technologie investiert. Zum einen bauen wir unser Center of Analytics weiter international aus. Es bildet die Basis für die Anwendung von Advanced Analytics. Die Plattform des Centers of Analytics analysiert große Datenmengen und bringt sie in eine Form, mit der unsere Inkassosysteme arbeiten können. EOS in Deutschland ist schon an diese Plattform angeschlossen. Unsere Gesellschaften in Frankreich, Spanien und Belgien folgen. Gleichzeitig entwickeln wir unsere zukunftsweisenden Technologien weiter und rollen sie international aus. Die Software Kollekto+ beispielsweise konzipieren wir gerade für insgesamt zwölf Länder in Osteuropa. All dies tun wir nicht zuletzt, um verstärkt Synergien zu nutzen, die IT-Komplexität innerhalb der Gruppe zu verringern und so noch effizienter zu werden. Längerfristig ist es weiterhin unser Ziel, in allen etablierten Märkten eine Top-3-Position zu halten beziehungsweise zu erreichen.

All diese Investitionen erfordern eine starke Kapitalbasis. Wie ist es um sie bestellt? 

Hecking-Veltman: Unsere Kapitalstruktur ist weiterhin sehr gut. Wir setzen unser Kapital rentabilitätsorientiert ein und optimieren unsere Finanzstruktur ständig. Mit einer Eigenkapitalquote von 28,7 Prozent sind wir sehr solide aufgestellt. Das belegt auch die Ratingnote A der Euler Hermes Rating, die wir jetzt zum 15. Mal in Folge erhalten haben.

Link zu unserer Pressemitteilung.

EOS Jahresbericht 2018/19

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Photo Credits: Jann Klee 

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