Unser Purpose macht einen Unterschied.

Wie sichert der CEO den Erfolg der EOS Gruppe? Für Klaus Engberding stehen Kulturwandel, die Rolle von EOS in der Gesellschaft und neue Technologien im Fokus. Im zurückliegenden Jahr erreichte das Unternehmen gleich mehrere Meilensteine.

Jahresbericht

Herr Engberding, Sie haben vor knapp drei Jahren den Vorsitz der Geschäftsführung in der EOS Gruppe übernommen. Wie hat sich das Unternehmen seither verändert? 

Klaus Engberding: Wir reflektieren heute stärker als in der Vergangenheit unsere Rolle in der Gesellschaft. Das ist ein Ergebnis unseres Kulturwandels. Er spiegelt sich auch in unserem Purpose „For a debt-free world“ wider. Dieser verkörpert den Sinn unserer täglichen Arbeit, die durch eine hohe Verantwortung gekennzeichnet ist. Unser Purpose formuliert den Anspruch, dieser Verantwortung gerecht zu werden und mit Augenmaß zu handeln. Wir stellen zunehmend fest, dass viele Menschen immer weniger lernen, richtig mit Geld umzugehen. Deshalb prüfen wir die Gründung einer Initiative, mit der wir finanzielle Bildung fördern. So wollen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen. Besonders stolz bin ich, dass dieser Vorschlag von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stammt. Beispiele wie diese zeigen die Kraft unseres Purpose.

Wie reagiert die Öffentlichkeit auf das Leitbild „For a debt-free world“? 

Engberding: Unser Purpose macht einen Unterschied. Bislang hat sich noch niemand in der Branche so positioniert. Unsere Kunden schätzen unser ehrgeiziges Ziel. Sie wissen, dass wir ein extrem leistungsstarker und verantwortungsbewusster Partner sind, der seine Kunden vor Reputationsschäden schützt. Und auch im Recruiting wirkt der Purpose. Denn als Inkassounternehmen haben wir einen Wettbewerbsnachteil, wenn es darum geht, Fachkräfte zu finden – gerade im IT-Bereich. Aber seit wir unseren gesellschaftlichen Anspruch formuliert haben, merken wir, dass wir für Bewerberinnen und Bewerber attraktiver geworden sind. Wir bekommen also viel positive Resonanz. 

Digitalisierung: CEO Klaus Engberding erklärt, wie er den künftigen Erfolg der EOS Gruppe sichert.
Ist für offene Diskussionen: Klaus Engberding weiß, wie das Board zu besseren Ergebnissen kommt

Welches war im vergangenen Jahr der wichtigste Meilenstein beim Kulturwandel?

Engberding: Wir haben ein Cultural Transformation Team aufgebaut. Das Team hat zunächst unsere bisherige Unternehmenskultur analysiert. Jetzt unterstützt es alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, den Kulturwandel bei EOS umzusetzen. Denn jede und jeder kann sofort damit anfangen. Um die Bedeutung des Kulturwandels zu unterstreichen, berichtet das Team direkt an mich. 

Wie kann der Kulturwandel konkret aussehen? 

Engberding: Wir alle bei EOS müssen uns überlegen, wie wir uns verhalten wollen. In der Geschäftsführung sind wir hierzu auch ungewohnte Wege gegangen: Eine neue Kollegin hat uns zehn Wochen lang in allen Sitzungen beobachtet. Ihr Feedback hat uns angeregt, manches in unserem Verhalten zu ändern. Ich nehme mich jetzt in Diskussionen stärker zurück. Heute diskutieren wir viel offener. Nicht alle Ergebnisse sind zu einhundert Prozent so, wie ich sie gerne hätte, aber in Summe kommen bessere Entscheidungen heraus. In diesem Veränderungsprozess gibt uns unser Heartbeat Orientierung mit sieben Prinzipien wie „Embrace change“, „Trust“ oder „Be courageous“. Wir im Board haben aufgelistet, was diese Prinzipien für uns bedeuten. Daran wollen wir uns messen lassen. 

„Der Livegang unserer neuen Inkassosysteme war ein wichtiger Meilenstein.“ Klaus Engberding, CEO der EOS Gruppe

Orientierung gibt auch die Vision „We are a globally connected financial investor driven by technology and entrepreneurial spirit“. Sie formuliert die Pfeiler des künftigen Erfolgs der EOS Gruppe. Welche Fortschritte gibt es in der Umsetzung? 

Engberding: Nehmen wir zum Beispiel den Aspekt „technology driven“. Im Kern meint das die datengesteuerte Portfoliobewertung und -bearbeitung. Die selbstlernende Plattform unseres Centers of Analytics analysiert große Datenmengen und ermittelt mithilfe von Advanced Analytics den sinnvollsten nächsten Schritt in der Forderungsbearbeitung. Um diese Empfehlungen verarbeiten zu können, brauchen wir modernste Inkassosysteme. In Deutschland entwickeln wir daher das System FX, für unsere Auslandsgesellschaften Kollekto+. Beide sind 2018 live gegangen – ein echter Meilenstein. Jetzt bauen wir beide in einem agilen Prozess aus. So optimieren wir Zahlungseingänge. Gleichzeitig vermeiden wir überflüssige Mahnaktionen und damit Gebühren für säumige Zahlerinnen und Zahler – ganz nach unserem Anspruch „For a debt-free world“.

Wie entwickeln Sie Ihre Digitalstrategie weiter? 

Engberding: Wir haben einen großen Wettbewerbsvorsprung, weil wir über eine Menge aussagekräftiger, pseudonymisierter, internationaler Daten verfügen. Diese schützen wir nach den höchsten Standards, denn Datensicherheit ist unser höchstes Gut. Indem wir alle unsere Gesellschaften an den Datenpool anschließen, wächst er weiter und erlaubt immer präzisere Prognosen. Mittelfristig könnte ich mir vorstellen, dass EOS auch Dritten Datenanalysen als Dienstleistung liefert. Wenn ein Kunde Forderungen selbst bearbeitet, können wir mit unserem Datenpool seine Einzugsergebnisse optimieren. Dadurch wächst unser Bestand weiter. Es ist dasselbe Prinzip wie bei vielen Plattformen: Je größer der Datenpool, desto genauer die Analyse und desto besser die Ergebnisse.

Kulturwandel: CEO Klaus Engberding erklärt, welche Meilensteine die EOS Gruppe bereits erreicht hat.
Anspruchsvoll: CEO Klaus Engberding positioniert die EOS Gruppe anders als die Wettbewerber

Link zu unserer Pressemitteilung.

EOS Jahresbericht 2018/19

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Photo Credits: Jann Klee

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