Win-win: EOS und Crédit Immobilier de France schließen Forderungskauf ab.

EOS in Frankreich hat der Immobilienbank CIF ein umfassendes NPL-Portfolio abgekauft. Für EOS ist es ein historischer Deal; CIF räumt mit dem Geschäft ihre Bilanz auf.

NPL

125 Millionen Euro – so hoch ist der Nennwert des Forderungspakets, das EOS von der Immobilienbank Crédit Immobilier de France (CIF) erworben hat. Der Deal ist damit einer der umfassendsten Portfolio-Käufe, die das Unternehmen je getätigt hat.

CIF löst mit dem Verkauf ihr Versprechen zur effizienteren Bilanzpolitik ein. Die Immobilienbank hatte 2012 staatliche Refinanzierungsgarantien beantragt. Bedingungen für die Beihilfen waren unter anderem der Ausstieg aus dem Hypothekengeschäft und die Abwicklung der Aktiva bis 2035. Der von den SACICAP-Genossenschaften* gehaltene Hypothekarkreditgeber war bis dato darauf spezialisiert, vor allem Haushalten mit niedrigem Einkommen Darlehen zu gewähren.

Receivables purchase by EOS in France: Contract documents.
Thierry Gillouin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender CIF.

Forderungskauf ergänzt Ankäufe unbesicherter Kredite durch EOS.

„Dieser Verkauf stellt einen wichtigen ersten Schritt in der Umsetzung des Plans zur Optimierung unserer Außenstände dar“, sagt Thierry Gillouin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von CIF. Mit der Transaktion reduziert die Bank ihren Bestand an Ausfallkrediten und gewinnt gleichzeitig Liquidität. EOS stärkt mit dem Forderungskauf seine Position als Investor in Forderungsportfolios.

Receivables purchase by EOS in France: Nathalie Lameyre, Managing Director of EOS in France.
Der Kauf ergänzt die bedeutenden Transaktionen, die EOS in Frankreich bereits im Bereich der unbesicherten Forderungen durchgeführt hat. Nathalie Lameyre, Geschäftsführerin von EOS in Frankreich.

Die von EOS erworbenen immobilienbesicherten Forderungen sind sogenannte faule Kredite oder „non-performing loans“ (NPLs). Bei diesen Darlehen stehen Rückzahlungen seit mindestens 90 Tagen aus – tatsächlich häufig weitaus länger. Solche offenen Altlasten belasten die Bilanzen von Banken.

Forderungsverkauf: Vorteil für Banken.

Forderungsverkäufe stellen für Banken eine doppelte Erleichterung dar. Zum einen fließen durch einen Forderungsverkauf wieder liquide Mittel ins Unternehmen – die Bilanz wird entlastet. Zum anderen werden personelle Ressourcen frei: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zuvor mit der Bearbeitung der Außenstände betraut waren, können sich anderen Aufgaben zuwenden.
Neben praktischen Erwägungen spielen beim Forderungsverkauf auch rechtliche Vorgaben eine Rolle. So hat die Europäische Zentralbank (EZB) seit der Finanzkrise die NPL-Quoten der Banken im Visier. Das Ziel: NPL-Altlasten abbauen (und das schneller als gedacht) und bestenfalls keine neuen aufkommen lassen. Schon Basel III hatte 2010 die „Stärkung von Qualität und Quantität des Eigenkapitals der Banken“ in den Fokus genommen. Banken sollen demnach durch mehr eigenes Kernkapital in Krisensituationen in der Lage sein, Verluste durch Kreditausfälle und Anlagen-Wertverluste selbst abzufangen.

Forderungskauf: Wichtiges Standbein der EOS Gruppe.

EOS in Frankreich, eine Landesgesellschaft der EOS Gruppe, ist führend in der Akquisition und Verwaltung von Bankenforderungen. Allein 2018 investierte EOS in Frankreich knapp 150 Millionen Euro in NPL-Portfolios. EOS ist damit der größte Investor dieser Anlageklasse in Frankreich. Rund 600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten bei EOS in Frankreich im Bereich Forderungsmanagement.

* SACICAP steht für „Sociétés Anonymes Coopératives d’Intérêt Collectif pour l’Accession à la Propriété“, regionale Gebietskörperschaften oder Behörden des sozialen Wohnungsbaus.

Photo Credits: Chris Karidis / Unsplash, Mari Helin / Unsplash, Nicolas van Leekwijck / Unsplash, Sebastian Vollmert / EOS

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