Ob im Inkasso, in der Portfolio-Analyse oder in unterstützenden Funktionen: KI ist bei EOS fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Verbindliche Richtlinien und Prozesse sorgen dafür, dass KI-Anwendungen strukturiert geprüft und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Meike Fabian, Chief Compliance Officer bei EOS, spricht im Interview über die EOS KI-Governance und die KI-Konzernrichtlinie.
Meike, alle reden von KI. Wo kommt bei EOS KI zum Einsatz?
Im Inkassobereich setzt EOS KI beispielsweise zur Klassifizierung von E-Mails ein, um die Anliegen der Absender*innen schnell zu erkennen und Vorgänge präzise zuzuordnen. Zudem nutzt EOS in Call Centern und für Sachbearbeiter*innen Gesprächstranskriptionen und Analysen. Möglich macht das der generative KI-Assistent SofiK auf der K+ Plattform, einer von EOS in Rumänien entwickelten Software für das Forderungsmanagement. Weiterhin setzen beispielsweise die Bereiche Secured und Unsecured Investments klassische Machine-Learning-Modelle unterstützend bei der Preisfindung für den Erwerb von NPL-Portfolios ein, indem sie datenbasierte Prognosen und Bewertungen erstellen.
Nutzt EOS KI auch außerhalb des Kerngeschäfts?
KI stärkt bereits heute zahlreiche interne Funktionen – von der proaktiven Abwehr von Cyberangriffen, über die Steigerung der Produktivität und Informationsverarbeitung bis zur Unterstützung der Rechtsabteilung bei der KI-gestützten Vertragserstellung und -prüfung. Im Bereich Group Governance setzen wir KI gezielt ein, um kompakte Übersichten zur aktuellen Cyber-Bedrohungslage zu erstellen sowie das Richtlinienmanagement effizient zu unterstützen.
Darüber hinaus nutzen wir KI für die Vorbereitung von Kommunikationsinhalten und für Übersetzungen. Wir planen außerdem eine Ausweitung auf regulatorische Analysen, Risiko- und Auditprozesse, einfache Know-Your-Customer (KYC)-Prüfungen sowie im Datenschutz auf die Data Discovery.
Die Abteilung Group Governance gibt den Rahmen für den Einsatz von KI bei EOS vor und sorgt für einheitliche Standards über alle Länder und Geschäftsbereiche hinweg.
Wie stellt EOS sicher, dass KI im Einklang mit den regulatorischen Anforderungen eingesetzt wird?
Mit der EOS KI-Richtlinie haben wir in einem ersten Schritt einen verbindlichen Rahmen geschaffen, der auf den regulatorischen Vorgaben des EU AI Acts und der DSGVO basiert. Gemäß Richtlinie stellen die jeweils Fachverantwortlichen bzw. KI-Nutzer*innen sicher, dass geplante Anwendungen vor ihrem Einsatz geprüft werden – bei lokalen Vorhaben unter Einbindung des zuständigen Datenschutzbeauftragten sowie der Geschäftsführung, bei gruppenweiten Verfahren in Abstimmung mit Group Governance.
Die Kolleg*innen aus dem Bereich Datenschutz in den Landesgesellschaften bzw. in der EOS Holding führen anschließend eine risikobasierte Prüfung durch, klassifizieren die jeweiligen KI-Anwendungen und ordnen sie – sofern erforderlich – den regulierten Kategorien des AI Acts zu. Die Richtlinie definiert zudem interne Freigabeprozesse und bietet praxisnahe Orientierung. Verbindlich definierte Rollen, Verantwortlichkeiten und Prozesse gewährleisten einen sicheren Umgang mit KI.
Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer KI-Compliance ist die Befähigung der Mitarbeitenden. Governance-, Compliance-, Cyber- und Datenschutzexpert*innen in der Holding und in den Ländern übernehmen hier die Rolle als Multiplikator*innen und tragen ihr Wissen aktiv in die Organisation. Gleichzeitig sensibilisieren wir alle Mitarbeitenden durch gezielte Informationen für den verantwortungsvollen Umgang mit freigegebenen KI-Tools.
Welche Rolle spielt die Group Governance in der strategischen KI-Steuerung bei EOS?
Die Abteilung Group Governance gibt den Rahmen für den Einsatz von KI vor und sorgt für einheitliche Standards über alle Länder und Geschäftsbereiche hinweg. Die Geschäftsführer*innen und die Datenschutzbeauftragten in den jeweiligen Landesgesellschaften sind vor Ort für die Umsetzung der EOS KI-Richtlinien und insbesondere für die Bewertung und Dokumentation konkreter KI-Anwendungsfälle verantwortlich. Über unsere Governance Community sind wir mit den Fachkolleg*innen eng vernetzt und können die Entwicklungen begleiten und monitoren. So stellen wir sicher, dass wir unsere unterschiedlichen Geschäftsmodelle und die damit verbundenen KI-Risiken genau im Blick haben – von unserem klassischen Treuhandgeschäft bis zu unseren Aktivitäten als NPL-Investor.
Angesichts der rasanten Entwicklung von KI und Regulierung: Wie stellt EOS sicher, dass die KI-Governance zukunftsfähig bleibt und sich an neue Herausforderungen anpasst?
Wir verstehen KI-Governance als einen dynamischen Prozess. Das bedeutet: Wir beobachten kontinuierlich sowohl die technologischen Entwicklungen als auch die sich ändernden regulatorischen Anforderungen. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit den Fachbereichen und den Austausch mit externen Expert*innen und Behörden stellen wir sicher, dass wir auf Grundlage des flexiblen Rahmenwerks proaktiv auf neue Herausforderungen reagieren können. Unser Ziel ist es aber nicht nur, zu reagieren, sondern Trends frühzeitig zu erkennen und Innovationen zu ermöglichen. Dabei sehen wir aktuell das größte Potenzial für KI-Anwendungen in Bereichen wie Coding, Underwriting und der Optimierung unserer Supportfunktionen.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr über AI Governance & Compliance bei EOS erfahren möchten.
Carina Bonde
Corporate Communications & Marketing
Tel.: + 49 173 2979331
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