Inkasso über alle Grenzen.

Die Al Wadi Holding kennt die Golfregion genau. Von ihrem lokalen Know-how und hohen internationalen Standards profitieren auch die Kunden von EOS.

Jahresbericht

Ende und aus. So lautete das Urteil bis vor wenigen Jahren, wenn ein säumiger Zahler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) oder einem Mitgliedsstaat des Golf-Kooperationsrats (GKR) in ein anderes Land umzog. „Gläu­biger hatten dann kaum eine Chance, noch an ihr Geld zu kommen, und mussten die Forderung in aller Regel abschreiben“, sagt Ayman Al Wadi, Vorstandsvorsitzender der AL WADI HOLDING in den VAE. Die Region auf der arabischen Halbinsel ist ein Schmelztiegel. Die rund neun Millionen Einwohner stammen aus mehr als 200 Nationen. Da ist die Wahrscheinlichkeit grenzüberschreitender Umzüge relativ hoch. Deshalb trat die AL WADI HOLDING 2009 an, um dieses Problem für Firmen in den VAE zu lösen. Die Inkassoeinheit der Holding bietet Unternehmen Forderungsmanagement auf hohem professionellem Niveau.

Die heute rund 2.500 Auftraggeber kommen nicht nur aus Arabien. AL WADI arbeitet auch für Unternehmen etwa aus Deutschland, Polen und Hongkong. Ein Teil von ihnen sind Kunden der EOS Gruppe. Denn EOS arbeitet seit 2013 mit AL WADI im internationalen Inkasso zusammen. Die Dubaier gehören in ihrer Region zu den Top-Unternehmen der Branche und zählen zu den Preferred Partners von EOS. „Mithilfe solcher Spezialisten bieten wir Inkasso in Regionen an, in denen wir nicht selbst ansässig sind. Sie arbeiten nach denselben anspruchsvollen Qualitätsstandards wie die Unternehmen der EOS Gruppe“, erklärt Anke Elias, Relationship Manager International Partners beim EOS Cross-border Center in Hamburg.

„Mithilfe von Skip-Tracing finden wir unbekannt verzogene Konsumenten oder klären, ob ein Unternehmen insolvent ist, indem wir den Eigentümer ausfindig machen.“
Ayman Al Wadi, Vorstandsvorsitzender

Die grenzüberschreitenden Fälle von EOS Kunden gelangen über die EOS Global Collection Plattform automatisch in die Region, in welcher der säumige Zahler ansässig ist. Die Kunden behalten dabei stets ihren gewohnten Ansprechpartner. Gehen Fälle aus der Golfregion an AL WADI, spielen die Experten ihr lokales Know-how aus. Gerade bei der polyglotten Bevölkerung in den VAE zeigt sich, warum Kenntnisse der regionalen Gegebenheiten so wichtig sind. Die rund 60 Mitarbeiter der Inkassoeinheit bei AL WADI stammen aus zahlreichen unterschiedlichen Ländern. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über ein eigenes Übersetzungsbüro. Auf diese Weise finden die Inkassospezialisten immer eine gemeinsame Sprache mit säumigen Zahlern, egal, aus welchem Land diese stammen. Das Unternehmen legt viel Wert darauf, das gute Verhältnis zwischen den Gläubigern und ihren Kunden zu erhalten. „Wir versuchen zu verstehen, warum ein Geschäftspartner nicht zahlen kann. Dazu bauen wir eine professionelle Kommunikation zwischen allen Beteiligten auf und entwickeln Lösungen, die für alle sinnvoll sind“, erläutert Al Wadi. So sorgen die Inkassospezialisten beispielsweise oft dafür, dass Gläubiger und säumige Zahler ihre Geschäftsbeziehungen wieder aufnehmen können, sobald die Außenstände aus der Welt sind.

Mit Skip-Tracing Kunden auffinden.

Die Kundenbetreuer untersuchen regelmäßig, wie zufrieden die Auftraggeber sind. Und jede Woche prüft das Unternehmen, ob es seine internen Zielvorgaben erfüllt hat. 2017 übernahm AL WADI rund 400 Fälle für EOS Kunden, rund ein Viertel waren B2B-Forderungen. Insgesamt bearbeitet das Unternehmen jährlich rund 26.000 Fälle. Neben vorgerichtlichem übernimmt AL WADI auch gerichtliches Inkasso. „Wir arbeiten eng mit einer Anwaltskanzlei zusammen, die auf Inkasso spezialisiert ist“, so der Vorstandsvorsitzende.

Auch wenn säumige Zahler nicht mehr in den VAE ansässig sind, hilft der Spezialist am Golf weiter. „Mithilfe von Skip-Tracing finden wir unbekannt verzogene Konsumenten oder klären, ob ein Unternehmen insolvent ist, indem wir den Eigentümer ausfindig machen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Forderungen einfach abzuschreiben ist für die AL WADI HOLDING eben keine Option.

Das war die Challenge: Das beste Forderungsmanagement in den VAE bieten.

Die Erwartungen der Kunden übertreffen – das ist das Ziel der AL WADI HOLDING. Der Preferred Partner von EOS löst jedes Jahr mehrere Hundert Fälle im arabischen Raum für Kunden der EOS Gruppe aus aller Welt. Egal ob im vorgerichtlichen oder im gerichtlichen Inkasso – AL WADI setzt auf hohe internationale Qualitäts­standards. So schützt das Unternehmen die Reputation seiner Auftraggeber wie seine eigene.

Hilfe beim Einfrieren.

Mit einem neuen Service hilft EOS Unternehmen, Konten von Schuldnern im EU-Ausland schnell und unkompliziert einfrieren zu lassen. Möglich macht dies seit Anfang 2017 die Verordnung Nr. 655/2014. Mit ihr erleichtert der europäische Gesetzgeber vorläufige grenzüberschreitende Kontopfändungen. „Um ein Konto vorgerichtlich pfänden zu lassen, muss der Gläubiger belegen, dass er ein rechtliches Verfahren gegen den säumigen Zahler eingeleitet hat“, erklärt Jennifer Nieswandt, Consultant Legal Affairs beim EOS Cross-border Center. Außerdem muss er nachweisen, dass seine Vollstreckung ohne eine solche Sicherungsmaßnahme gefährdet wäre. „Dann kann er ein Konto ohne rechtskräftige Entscheidung vorläufig pfänden lassen – so lange, bis der Beschluss widerrufen, die Vollstreckung beendet oder eine Maßnahme zur Vollstreckung einer gerichtlichen Entscheidung wirksam wird“, so die Expertin.

Die erforderlichen Nachweise erweisen sich für Gläubiger oft als Hürde. Denn die Anforderungen dafür unterscheiden sich von Land zu Land. „Für viele Unternehmen ist das Kontopfändungsverfahren noch ungewohnt“, sagt Nieswandt. Sie bietet mit ihrem Team den Kunden aller europäischen EOS Unternehmen bei ihren grenzüberschreitenden Pfändungsvorhaben Unterstützung. Beispiel EOS KSI in Slowenien: „Wir haben für einen Auftraggeber das ausländische Konto eines seiner Kunden einfrieren lassen. Alle slowenischen Konten des Kunden waren bereits gepfändet. Aber wir konnten ein weiteres in Österreich ausfindig machen und haben dann den Beschluss zur Europäischen Kontenpfändung erwirkt. So haben wir verhindert, dass der säumige Zahler sein Geld dem Zugriff des Gläubigers entzog“, erklärt Natalija Zupan, Geschäftsführerin von EOS KSI in Slowenien. Die Verordnung gilt europaweit außer im Vereinigten Königreich und in Dänemark.

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