Säumige Zahler gefährden die Zukunft.

Was bewegt Entscheider, die täglich mit Forderungsmanagement zu tun haben? Dieser Frage geht EOS jedes Jahr in der Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ nach. Momentan beschäftigt sie vor allem der digitale Wandel. Er erfordert oft hohe Investitionen. Doch einem Fünftel der Firmen fehlt das Geld, weil Kunden Rechnungen nicht pünktlich bezahlen.

Jahresbericht

Entscheider sehen Hürden bei Digitalisierung.

Künstliche Intelligenz, Big Data, maschinelles Lernen – die digitale Transformation eröffnet im Forderungsmanagement neue Chancen. Viele Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen stehen durch die Digitalisierung allerdings auch vor neuen Herausforderungen. Das belegt die EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2018.

Bei der Befragung von 3.400 Entscheidern aus 17 europäischen Ländern sehen es 45 Prozent der Teilnehmer als Herausforderung an, mit dem technologischen Wandel im Forderungsmanagement Schritt zu halten (siehe Grafik unten). Noch wichtigere Aufgaben sind für die Teilnehmer nur, Kosten zu reduzieren (49 Prozent) und Mitarbeiter ausreichend zu qualifizieren (48 Prozent). Auf Rang vier folgt mit der Digitalisierung und Automatisierung von Inkassoprozessen (43 Prozent) ein weiterer technologischer Aspekt. 33 Prozent der Studienteilnehmer sehen zudem hohe Investitionen in IT-Lösungen auf sich zukommen. Künstliche Intelligenz ist momentan hingegen nur für 13 Prozent der Studienteilnehmer relevant.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen neue Technologien und Know-how aufbauen müssen“, sagt Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe. Der EOS Konzern hat bereits die größte Investition in seine IT-Systeme seit seiner Gründung angestoßen. „Auf diese Weise unterstützen wir unsere Kunden konsequent mit Lösungen auf höchstem technologischen Niveau. Indem wir optimale Ergebnisse im Inkasso und bei Forderungsverkäufen liefern, stärken wir ihre Liquidität. So trägt professionelles Forderungsmanagement auch dazu bei, Firmen die nötige finanzielle Grundlage zu geben, um ihre Digital­agenda umzusetzen.“

Wandel braucht Investitionen.

Forderungsmanager sehen technologische Neuerungen in ihrem Bereich als Herausforderung an. 45 Prozent der Befragten geben beispielsweise an, es gelte, mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten.

Mehr pünktliche Zahler – Aber nicht genug.

Zwar wirkt sich die wirtschaftliche Erholung in Europa positiv auf die Zahlungsmoral aus. Das zeigt der Fünf-Jahres-Rückblick: Von 2014 bis 2018 stieg die Quote der termingerecht bezahlten Rechnungen um vier Prozentpunkte auf 79 Prozent. Verspätet eingehende Zahlungen sanken im selben Zeitraum um drei Prozentpunkte auf 18 Prozent. Außerdem müssen Unternehmen 2018 nur noch drei Prozent ihrer Rechnungen als uneinbringlich abschreiben, 2014 waren es noch vier Prozent.

Zudem erklärten 23 Prozent der Studienteilnehmer, sie investierten nicht, weil ihnen wegen ausbleibender Zahlungen ihrer Kunden die nötige Liquidität fehle. „Durch die Zusammenarbeit mit professionellen Inkassodienstleistern können Unternehmen ihren Cashflow steigern. Dieses Geld wiederum können sie investieren und so ihren unternehmerischen Erfolg sichern“, erläutert Klaus Engberding, CEO der EOS Gruppe.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen neue Technologien und Know-how aufbauen müssen.“
Klaus Engberding, CEO der EOS Gruppe

Dennoch leiden Unternehmen nach wie vor unter einer schlechten Zahlungsmoral von Verbrauchern. 42 Prozent der Befragten verzeichnen aufgrund von verspätet beglichenen Rechnungen und ausbleibenden Zahlungen Gewinneinbußen (siehe Grafik oben). Bei 38 Prozent der Unternehmen kommt es zu Liquiditätsengpässen. 14 Prozent fürchten sogar, ihre Firma könne insolvent werden.

Quelle: EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2018; n = 3.400

Offene Rechnungen bremsen Wirtschaft und Unternehmen aus.

Verspätet beglichene Rechnungen und ausbleibende Zahlungseingänge hemmen die Entwicklung von Unternehmen. 23 Prozent der Studienteilnehmer verzichten auf Investitionen. 14 Prozent der Befragten fürchten sogar um die Existenz ihrer Firma.

Neue Trends auf dem bulgarischen Markt.

Der bulgarische Inkassomarkt stand 2017 im Zeichen des Wirtschaftswachstums. Das zeigt die jährliche Studie von EOS Matrix und den weiteren 15 Mitgliedsunternehmen des Verbands bulgarischer Inkassounternehmen (ACABG). Aufgrund steigender Löhne sank demnach die durchschnittliche Höhe der Schulden von umgerechnet 466 Euro im Jahr 2016 auf 396 Euro. Gleichzeitig waren Verbraucher optimistischer, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können und nahmen mehr Darlehen auf. „Die Zahl der vergebenen Kredite stieg und gleichzeitig auch die Anzahl der Forderungen, die insbesondere Finanzinstitute 2017 an spezialisierte Dienstleister übergaben. Im Vergleich zu 2016 hat sich die Zahl der ausgelagerten Fälle fast verdoppelt“, sagt Rayna Mitkova, Vorsitzende des ACABG und Geschäftsführerin von EOS Matrix in Bulgarien.

Forderungskäufe gingen 2017 im Vergleich zum Vorjahr hingegen um rund 14 Prozent zurück. „2016 haben Banken aufgrund des Stresstests verstärkt notleidende Forderungen verkauft. Diese Entwicklung hat sich im Folgejahr nicht fortgesetzt“, so die ACABG-Vorsitzende. In einem Segment allerdings gab es eine Premiere: 2017 kamen erstmals größere besicherte Portfolios zum Verkauf. „Dieser Trend ist typisch für gereifte Märkte. Dort verkaufen Banken regelmäßig besicherte Forderungen“, erklärt Mitkova.

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