Privatkredite: Das Wunder von Ungarn.

Besicherten B2C-Portfolios gehört die Zukunft. EOS hat das früh erkannt – und nutzt diese Chance jetzt mit einem neuen Team.

Jahresbericht

Diskussionen bis um Mitternacht waren keine Seltenheit“, erinnert sich Janos Baksa, Director NPL Transactions Eastern Europe bei EOS, an die Zeit Ende 2017. Damals saß er oft lange mit Experten von EOS in Ungarn und aus der EOS Holding zusammen und besprach die Einzelheiten eines großen besicherten Privatkundenportfolios, das in Ungarn zum Verkauf stand. „Wir wollten dieses Forderungspaket unbedingt haben“, so Baksa. Auf genau solche Transaktionen hatte sich EOS in Ungarn schließlich lange vorbereitet. Denn der ungarische Markt für notleidende Forderungen (Englisch: Non-Performing Loans, kurz NPL) aus immobilienbesicherten B2B-Krediten hatte in den letzten Jahren begonnen, sich abzukühlen. Stattdessen verkaufte 2016 erstmals eine ungarische Bank ein Portfolio mit besicherten Privatkundenkrediten. „Die Geldhäuser möchten angesichts wachsender regulatorischer Vorgaben ihre Bilanzen entlasten“, erklärt Tamás Lencsés, Geschäftsführer von EOS in Ungarn. „Zudem steigen hierzulande derzeit die Preise der Immobilien, die als Kreditsicherheit dienen. Das macht einen NPL-Verkauf für Banken interessanter.“

„Die Geldhäuser möchten angesichts wachsender regulatorischer Vorgaben ihre Bilanzen entlasten.“
Tamás Lencsés, Geschäftsführer von EOS in Ungarn
EOS in Ungarn – Kauf von besicherten NPL-Portfolios

1.000 Immobilien auf einen Schlag.

EOS erhielt seit 2016 diverse Zuschläge für kleinere B2C-Portfolios, die mit insgesamt rund 300 Immobilien besichert sind. Für Lencsés war klar: Diese Verkäufe waren nur ein erster Silberstreif. Um für den Boom bereit zu sein, baute EOS eine neue Abteilung auf. „Unser Team ist auf die Bewertung besicherter Forderungen spezialisiert. Wir sind heute zwölf Finanzierungs- und Immobilienexperten sowie Juristen“, sagt Éva Mikolay, Head of Department Secured Collections. Die Besonderheit beim Kauf besicherter NPL: „Anders als bei unbesicherten Forderungen können wir nicht auf statistische Bewertungsmethoden zurückgreifen. Wir müssen für jeden Fall etwa steuerliche und rechtliche Einflussfaktoren, Risiken und Wertpotenziale prüfen“, erklärt Baksa.

Ende 2017 konnte das Team zeigen, was es kann: „Wir haben ein großes Portfolio mit einem Nominalwert von mehr als 50 Millionen Euro akquiriert. Es umfasst rund 1.000 Immobilien“, sagt Geschäftsführer Lencsés. Damit ist EOS in Ungarn zu einem der größten Käufer von besicherten NPL avanciert. Die nächtlichen Diskussionen haben sich gelohnt.

Das war die Challenge: Neugeschäft aufbauen.

2016 boten die Banken in Ungarn erste Portfolios mit Forderungen aus privaten immobilienbesicherten Krediten an. Anfangs waren die Volumina noch klein. EOS in Ungarn nutzte die Zeit, um eine Abteilung für dieses wachsende Segment aufzubauen. Das Timing war ideal: 2017 bot sich die Gelegenheit zu einer großen Transaktion.

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