Hygge – das dänische Glück und die Zahlungsmoral

Die Dänen gehören seit vielen Jahren zu den glücklichsten Menschen der Welt. Sie genießen den Augenblick und lassen Negatives schnell hinter sich. Einer aktuellen EOS Studie zufolge begleichen sie sogar ihre Rechnungen pünktlicher als alle anderen Europäer.

Studien

Grundlage des dänischen Glücks ist die tief verwurzelte Lebensphilosophie Hygge. Ein glücksbringendes Lebensprinzip, das den Einwohnerinnen und Einwohnern seit vielen Jahren Spitzenplätze im World Happiness Report der Vereinten Nationen einbringt. Eine eindeutige Übersetzung des Wortes in andere Sprachen gibt es nicht. Hyggelig sind beispielsweise ein gemütlicher Abend am Kamin, ein Essen mit Freunden im Garten, Gebäck und vor allem viele Kerzen. Hygge, als permanenter Bestandteil der dänischen Kultur, lässt sich in viele Kontexte integrieren, aber geht das auch beim Thema Geld?

Die Rechnung geht auf: Hygge-Stimmung und Zahlungsmoral

Geld allein macht nicht glücklich, aber zum Glücklichsein gehören beglichene Rechnungen einfach dazu. Unbezahlte Rechnungen erzeugen schließlich ein ungutes Gefühl. So ließe sich erklären, warum in keinem anderen europäischen Land Rechnungen in dem Maße fristgerecht bezahlt werden wie in Dänemark. Wohlbefinden ist ein wesentlicher Teil von Hygge und für erbrachte Leistungen nicht oder zu spät zu zahlen, schließt sich demnach wohl aus. Laut Ergebnissen der EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten" 2018 begleichen Dänen 85 Prozent aller Forderungen innerhalb der Zahlungsfrist. Die Deutschen liegen mit 82 Prozent gemeinsam mit der Schweiz und Spanien auf Platz zwei. Europäisches Schlusslicht ist die Slowakei. Dort werden nur 73 Prozent aller Rechnungen pünktlich bezahlt.

Die Dänen machen vor, was europaweit zumindest tendenziell leicht zu spüren ist: Der Fünf-Jahrestrend der EOS Studie verzeichnet seit 2014 insgesamt einen positiven Anstieg der Zahlungsmoral in Europa: 79 Prozent aller Rechnungen werden heute termingerecht beglichen. 2014 waren es nur 75 Prozent.

Spitzenreiter sind Dänen auch in puncto geringer Zahlungsausfall. Mit einem Anteil von nur einem Prozent fällt der Geldeingang selten aus. Es folgen Deutschland, die Schweiz, Spanien und Slowenien mit jeweils zwei Prozent. Kroatien muss mit fünf Prozent die meisten Forderungen ausbuchen.

Eine hohe Zahlungsmoral ist übrigens nicht nur aus Unternehmenssicht lobenswert, sie lohnt sich auch volkswirtschaftlich: Nach Angaben der deutsch-dänischen Handelskammer senkt das faire Zahlungsverhalten die Transaktionskosten der dänischen Wirtschaft und wirkt sich positiv auf die gesamte Bevölkerung aus. Hyggelig!

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